Digitale Bildung, Diversität & Subjektivierung
Kurzbeschreibung
Das Projekt ist theorie- und modellbildend angelegt und untersucht digitale Bildung als gesellschaftliche Subjektivierungsordnung. Im Zentrum steht die konzeptionelle Analyse der Frage, wie digitale Bildungsformate, Kompetenzdiskurse und KI-gestützte Systeme Vorstellungen von Normalität, Leistungsfähigkeit und Teilhabe strukturieren.
Aus einer diversitäts- und subjektivierungstheoretischen Perspektive entwickelt das Projekt ein analytisches Modell, das sichtbar macht, wie digitale Bildung bestimmte Subjektformen privilegiert – etwa das flexible, selbstoptimierende und permanent verfügbare Subjekt – und wie dadurch Anerkennung, Ausschluss und Unsichtbarkeit systematisch produziert werden. Digitale Bildung wird dabei nicht als neutraler Lernraum, sondern als normativ wirksame Ordnung verstanden, die soziale Ungleichheiten strukturieren und stabilisieren kann.
Zentrale theoretische Fragestellungen
- Welche Normalitätsannahmen sind in digitalen Bildungsformaten eingeschrieben?
- Wie formen Kompetenzlogiken und Digitalisierungsdiskurse Bildungs- und Subjektideale?
- Inwiefern wirken digitale Bildungsordnungen ungleichheits- und exklusionsreproduzierend?
- Wie lassen sich Anerkennung, Teilhabe und Differenz machtsensibel theoretisieren?
Arbeitsweise (theorie- und modellorientiert)
Das Projekt verfolgt einen konzeptionell-analytischen Zugang.
Im Mittelpunkt stehen:
- theoretische Synthese und Begriffsarbeit,
- die Entwicklung eines Modells digitaler Bildungs- und Subjektivierungsordnungen,
- sowie die analytische Durchdringung zentraler Diskurse und Strukturprinzipien digitaler Bildung.
Empirische Bezüge (z. B. aus Hochschul-, Weiterbildungs- oder beruflicher Bildung) dienen der theoretischen Illustration und Präzisierung, nicht der umfassenden Datenerhebung.
Ergebnisse & Transfer
Das Projekt entwickelt theoretische Kriterien für eine diversitäts- und machtsensible Gestaltung digitaler Bildung. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für:
- daktische Reflexion,
- konzeptionelle Weiterentwicklung digitaler Bildungsformate,
- sowie wissenschaftliche und bildungspolitische Diskurse zu Digitalisierung, KI und Bildungsgerechtigkeit.